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Neue psychoaktive Substanzen
EUDA registriert Rekordmengen und neue Hochrisiko-Stoffe
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den sichergestellten Mengen: 2024 wurden in der EU, Norwegen und der Türkei insgesamt 55,1 Tonnen neue psychoaktive Substanzen sichergestellt oder bei Einfuhren beschlagnahmt – gegenüber 41,4 Tonnen im Jahr zuvor. Damit wurde laut EUDA das fünfte Jahr in Folge eine Rekordmenge gemeldet. Der Anstieg geht vor allem auf eine geringe Zahl umfangreicher Sicherstellungen von synthetischen Cathinonen wie 2-MMC und NEP zurück. Fünf Substanzen machten dabei nahezu 90 Prozent der gesamten Menge aus: die Cathinone 2-MMC, NEP, 4-CMC und MDPHP sowie das halbsynthetische Cannabinoid HHC.
Ein Schwerpunkt der aktuellen Entwicklung sind Cannabinoide. 2025 wurden mehr als 27 neue Cannabinoide gemeldet, darunter 16 halbsynthetische Cannabinoide. Insgesamt überwachte die EUDA Ende 2025 bereits 304 Cannabinoide. Bei synthetischen Cannabinoiden warnt die Behörde insbesondere vor hochpotenten Verbindungen, die unter falschem Namen verkauft oder zur Verfälschung von Cannabis- und CBD-Produkten eingesetzt werden können. Im September 2025 wurden in Tschechien gehäufte Vergiftungsfälle im Zusammenhang mit MDMB-PINACA gemeldet.
Auch halbsynthetische Cannabinoide haben sich weiter auf dem europäischen Markt etabliert. Bis Ende 2025 wurden 40 verschiedene Substanzen dieser Gruppe identifiziert. Nach HHC werden inzwischen weitere Verbindungen wie HHC-Acetat und HHC-P angeboten. Die EUDA weist darauf hin, dass Produkte und einzelne Chargen erhebliche Unterschiede bei Art und Konzentration der enthaltenen Cannabinoide aufweisen können. Einige Produkte enthalten zudem nicht deklarierte oder neuartige Cannabinoide in hohen Konzentrationen.
Bei den synthetischen Cathinonen wurden 2025 vier neue Substanzen gemeldet. Gleichzeitig wurden 2024 insgesamt 69 bereits bekannte synthetische Cathinone auf dem europäischen Drogenmarkt nachgewiesen. Die EUDA berichtet zudem, dass NEP zunehmend fälschlicherweise als 3-MMC verkauft wurde. Dies führte zu unbeabsichtigtem Konsum und einer Zunahme von Vergiftungsfällen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt schließlich neuen synthetischen Opioiden. Seit 2009 wurden in Europa 95 neue Opioide entdeckt. Von den sieben 2025 erstmals gemeldeten Substanzen waren sechs hochpotente neue Opioide – drei Nitazene und drei Orphine. Ihre Potenz kann laut EUDA bis zum Hundertfachen derjenigen von Heroin erreichen. Insgesamt wurden bislang 25 verschiedene Nitazene in Europa nachgewiesen.
Die Entwicklung zeigt nach Einschätzung der EUDA eine zunehmende Anpassung des Drogenmarktes an gesetzliche Kontrollen. Zwar haben Regulierungsmaßnahmen dazu beigetragen, dass die Zahl neu auftauchender Substanzen in bestimmten Bereichen zurückgegangen ist. Gleichzeitig werden weiterhin neue Verbindungen entwickelt, um bestehende Kontrollen zu umgehen. China und Indien bleiben wichtige Ursprungsländer für NPS beziehungsweise für deren Vorläuferstoffe.
Die gesundheitlichen Folgen vieler dieser Substanzen sind bislang nur unzureichend erforscht. Die EUDA sieht insbesondere bei hochpotenten synthetischen Cannabinoiden und Opioiden ein erhebliches Risiko schwerer bis tödlicher Vergiftungen. Gleichzeitig erschweren die zunehmende Verflechtung von NPS und etablierten illegalen Drogen sowie die Vermarktung unter falschen Bezeichnungen die Einschätzung des tatsächlichen Risikos für Konsumierende.


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