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EU-Forschungsprojekt «PsyPal»: Psilocybin-Therapie in der Palliativ-Versorgung

Mit dem Projekt „PsyPal“ fördert die Europäische Kommission erstmals eine groß angelegte klinische Studie zur Psilocybin-assistierten Psychotherapie in der Palliativversorgung. Das Vorhaben wird im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizon Europe finanziert und läuft von 2024 bis 2027. Ziel ist es, neue Wege im Umgang mit schwerer psychischer und existenzieller Belastung bei Menschen mit terminalen Erkrankungen zu erforschen. Im Zentrum steht die Frage, ob Psilocybin in einem streng kontrollierten, psychotherapeutisch begleiteten Setting dazu beitragen kann, Angst, Depression, Hoffnungslosigkeit und existenzielles Leid signifikant zu lindern.
PsyPal
EU-Forschungsprojekt «PsyPal»: Psilocybin-Therapie in der Palliativ-Versorgung

Koordiniert wird das internationale Konsortium vom University Medical Centre Groningen. Beteiligt sind insgesamt 19 Partnerorganisationen aus neun europäischen Ländern, darunter die Champalimaud Foundation sowie das National Institute of Mental Health. Die Studie ist multizentrisch, randomisiert und placebokontrolliert angelegt und zählt damit zu den methodisch anspruchsvollsten Untersuchungen im Bereich psychedelisch unterstützter Therapien in Europa. Anders als viele frühere Studien, die sich vor allem auf onkologische Patientinnen und Patienten konzentrierten, bezieht PsyPal auch Menschen mit nicht-onkologischen, fortschreitenden Erkrankungen wie COPD, Multipler Sklerose, ALS oder atypischen Parkinson-Syndromen ein.

Die Forschenden verstehen PsyPal als potenziellen Paradigmenwechsel in der Palliativmedizin. Während körperliche Symptome heute häufig gut behandelbar sind, bleibt das psychische und existenzielle Leiden vieler Betroffener eine große therapeutische Herausforderung. Hier setzt das Projekt an: Psilocybin soll nicht isoliert, sondern eingebettet in eine strukturierte psychotherapeutische Begleitung verabreicht werden, mit intensiver Vor- und Nachbereitung der Erfahrung. Sicherheit, ethische Standards und wissenschaftliche Evidenz stehen dabei im Vordergrund.

Mit einem Budget von rund 6,5 Millionen Euro zählt PsyPal zu den bislang bedeutendsten öffentlich finanzierten Forschungsinitiativen im Bereich der psychedelischen Therapie in Europa. Die Ergebnisse könnten nicht nur die Palliativversorgung verändern, sondern auch die regulatorische und gesellschaftliche Debatte über den medizinischen Einsatz psychedelischer Substanzen maßgeblich beeinflussen.

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