Ich bin!

Erfahrung mit 5-MeO-DMT

Spiritualität | 27.08.2026 07:00

Ich sitze hier, etwa eine Stunde nach einer Durchbrucherfahrung mit 5-MeO-DMT und überlege, was ich dazu sagen soll. Was soll man zu so einer Erfahrung sagen?
David Bufo
Das kann man niemandem erzählen, weil das unmöglich nachempfunden werden kann. Es ist einfach der Wahnsinn. Jetzt in dem Moment fühle ich mich unglaublich gestärkt und neu geboren.
ICH BIN! ICH BIN!! ICH BIN!!!
Das ist der Satz, den ich die letzte halbe Stunde immer wieder laut gesagt habe, während ich etwas herumgegangen bin und versucht habe, diese Erfahrung zu greifen, die ich gerade hatte.
ICH BIN. Mir ist gerade extrem bewusst geworden, dass ICH BIN.
Das klingt völlig banal, aber eine typische Nachwirkung von 5-MeO-DMT ist, dass man die eigene Präsenz, das eigene Dasein, das eigene Selbst, nachdem das Ego wieder aufgebaut wurde, als sehr viel präsenter, bewusster und in gewisser Weise dominanter und raumeinnehmender empfindet. Es ist eine Art Ego-Push, aber auf eine völlig andere und sehr viel spirituellere Weise als zum Beispiel Kokain.
Ich bin! Das musste einfach gesagt werden, immer und immer wieder. Ich bin mir dessen gerade extrem bewusst, dass ich selber BIN.
Okay, ich könnte jetzt die ganze Seite damit füllen, aber letztlich sagt das niemandem etwas, das muss man selbst erlebt haben. Ich werde jetzt versuchen, so gut es geht, den Trip in chronologischer Reihenfolge festzuhalten. Sofern das mit menschlichen Worten irgendwie und stümperhafterweise möglich ist.
Die Kurzfassung dieses Trips ist einfach AAAAAAÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜ, dazu komme ich später noch. Und die lange Version davon – ja, das wird jetzt wirklich schwierig. Ich will es versuchen.
Was ist chronologisch passiert? Ich sitze in der Garage, habe es mir auf einem für Trips geeigneten Stuhl bequem gemacht und 15 mg 5-MeO-DMT aus der Glaspfeife in gewohnter Weise in einem Atemzug inhaliert. Mir zitterten die Hände vor Aufregung und es war schon fast eine Herausforderung bei diesem hämmernden Puls, den ich bis ins Gesicht pochen spürte, eine Glaspfeife in einem Zug zu inhalieren. Gleichzeitig wusste ich aber: Ich will diese Erfahrung machen, ich will es richtig wissen! Also habe ich diese Pfeife in einem Atemzug inhaliert. Dann habe ich es gerade noch hinbekommen, die Glaspfeife in einen Karton mit einem Handtuch am Boden neben dem Stuhl abzulegen. Das hatte ich zuvor so vorbereitet, damit sie nicht kaputtgeht, wenn sie auf den Betonboden fällt.
Das Sturmfeuerzeug ist irgendwo runtergefallen. Ich hielt die Luft an, dann dauerte es nur wenige Sekunden, und es folgte ein Durchbruch, der sich jeglicher Beschreibung entzieht. Dieses Gefühl ist sowas von intensiv. Das ist noch einmal um Welten intensiver als der Ego-Tod auf N,N-DMT. Es war vor geschlossenen Augen eine rasende Abfolge von grauem, weißem, teilweise schwarzem Geflacker. Dieses Geflacker codierte mein Leben. Alles, was ich jemals erlebt hatte, alles, was ich jemals gefühlt hatte, Dinge, die ich schon vergessen hatte, rasten in gigantischer Geschwindigkeit an mir vorbei. Genauer gesagt, dieses Geflacker raste nicht an mir vorbei, sondern ich wurde mit ihm zusammen in eine Singularität gezogen. Das Allerheftigste dabei waren aber die Emotionen.
Ich fühlte jede Emotion, die ich jemals in meinem gesamten Leben hatte, noch einmal, jedoch in UNENDLICHER Intensität. Das sagt sich so leicht und ist gleichzeitig so wenig greifbar, denn was bedeutet denn «unendlich» im nüchternen Alltagsbewusstsein? Das kann man sich nicht vorstellen. Jede Emotion erlebte ich in unendlicher Intensität. Wirklich unendlich! Es ist eine Untertreibung, wenn ich sage, die Emotion war eine Milliarde mal intensiver als im Alltag, wobei man sich auch das bereits nicht mehr vorstellen kann. Nein, ich muss wirklich das Wort «unendlich» benutzen.
Dieses unendlich intensive Durchleben meines gesamten bisherigen Lebens, codiert in diesem grau-weiß-schwarzen Geflacker, war dermaßen intensiv, dass ich dadurch gestorben bin. Ich bin wirklich gestorben. Dieses Hineingezogen-Werden in eine Singularität war Sterben. Dabei fühlt sich der Egotod nochmal um Welten radikaler an als bei N,N-DMT.
Dieser Egotod ist sowas von überwältigend, sowas von hammerhart und endgültig, das ist unglaublich. Es war nicht einfach nur ein Egotod. Mit dem Tod meines Egos starb auch das gesamte Universum, das ich erschaffen hatte. Meine gesamte Realität stürzte in sich zu einer Singularität zusammen und ich konnte nichts anderes tun, als einfach loslassen und akzeptieren, dass ich jetzt sterbe. Tief im Hinterkopf spürte ich noch, wie ich in meinem irdischen Körper einen gigantischen Bodyload habe und derart überwältigt bin von dieser Erfahrung, dass mir einfach der Atem wegbleibt. Diese Singularität wurde in der Phase des Sterbens auch körperlich spürbar. Ich hatte den Eindruck, das Zentrum meines Körpers ist so etwas wie der Schlund eines schwarzen Lochs oder auch der Tunnel eines Wurmlochs.
Ein ganz besonders heftiger Moment waren die letzten paar Sekunden vor dem Tod, als mein Ego noch lebte und sich etwas in die Erfahrung einmischte. Das führte zu einem inneren Monolog, der in etwa klang wie: «Du hast nun ein Tor geöffnet, bei dem es kein Zurück mehr gibt. Das ist das Wahnsinnigste, was du im Leben jemals getan hast! Ist dir das klar? Aber jetzt, wo es schon so ist, frage ich dich, wie hart willst du es wirklich wissen? Wie hart willst du es jetzt wirklich wissen?» Letztendlich kann man gar nicht anders, als zuzustimmen, dass man alles erfährt, was man erfahren soll, was dazu führt, dass man einfach kollabiert vor Erstaunen.
5-MeO-DMT rauchen ist Suizid. Das ist Probesterben, mit anschließender Wiedergeburt, so kann man es gut zusammenfassen. Jedenfalls war innerhalb weniger irdischer Sekunden mein Ego und das gesamte Universum gestorben und zu einer Singularität komprimiert. Nun folgte eine Phase der Stille.
Es war Totenstille. Sogar Totenstille ist hier noch untertrieben. Das ist so eine merkwürdige Art von Stille. Es war nicht einfach nur Stille, es war die Abwesenheit von Sein! Es gab nichts mehr! Manchmal stellt man sich in der Philosophie die Frage, warum gibt es überhaupt etwas und nicht nichts? Wie wäre das, wenn es nichts gäbe? Das ist etwas, was man sich nicht wirklich vorstellen kann, doch nach dem Ego-Tod durch 5-MeO-DMT erlebt man genau das!
Es war NICHTS! Es war die Abwesenheit von Sein. Ich denke, das sind die besten Worte, die sich dafür finden lassen. Da es nichts gab, gab es auch keine Zeit mehr, doch nach irdischer Zeitrechnung würde ich jetzt im Nachhinein schätzen, dass diese Phase der Abwesenheit von Sein etwa eine Minute gedauert hat. Doch was bedeutet schon eine Minute, wenn es nichts gibt und auch keinen Beobachter gibt, der dieses Nichts wahrnehmen könnte. Es ist die Abwesenheit von Sein!
Nach diesem ultimativen Tod wurde eine Phase der Wiedergeburt eingeleitet, die mindestens genau so schwierig in Worte zu fassen ist, wie das eben beschriebene. In diesem endlosen schwarzen Hyperraum erstrahlte plötzlich ein absolut gleißendes, helles, weißes, göttliches Licht von unendlicher Schönheit. Dieses weiße Licht war ich und ich als dieses Licht breitete mich in alle Richtungen aus. Ich selber war ein Urknall aus weißem göttlichem Licht.
An dieser Stelle muss ich anmerken, ich war nie religiös, aber wenn ich ein Wort finden müsste, für dieses Licht, würde ich wirklich sagen, das ist Gott! Ohne Übertreibung, das ist wirklich Gott, ich finde kein treffenderes Wort dafür! Ich selber explodierte wie ein Urknall in alle Richtungen. Im Zeitraffer wurde aus diesem weißen Licht heraus die Existenz neu erschaffen. Dabei konnte ich für einige Sekunden nachfühlen, wie hier auch Konzepte erschaffen werden, wie Naturkonstanten und abstrakte Dinge aus diesem weißen Licht hervorgehen. Irgendwo im Hinterkopf konnte ich nachempfinden, wie jetzt gerade Raum und Zeit erschaffen werden. Wie allmählich wieder Dualität erschaffen wird, männlich, weiblich, ich und du, positiv und negativ. Mir wurde klar, dass es final nichts anderes gibt als dieses weiße Urlicht. Aus diesem Urlicht heraus wird alles erschaffen, auch abstrakte Dinge.
Das ist so schwierig nachzuempfinden, wie scheinbar selbstverständliche Dinge wie Raum und Zeit erst erschaffen werden müssen. Aber in diesem Moment habe ich es im Zeitraffer erlebt, wie alle  physikalischen Axiome, die wir kennen und auch solche, die wir nach dem aktuellen Stand der Physik nicht kennen, erschaffen werden. Alles erschafft sich aus diesem weißen Licht heraus. Während im Zeitraffer diese Wiedergeburt des Seins, wie wir es kennen, stattfand, fühlte ich im Hinterkopf ein gigantisch intensives Gefühl, welches ich umschreiben würde mit «erinnern».
Es war die ultimative Erinnerung. Mir wurde klar, dass ich diese Sphäre sehr gut kenne, denn ich selber stamme ja aus ihr, doch aus irgendeinem Grund wird man, während man eine menschliche Erfahrung macht, sozusagen verarscht und die Erinnerung an die wahre Herkunft des eigenen Selbst wird während des irdischen Lebens gelöscht. Kehrt man jedoch mit Werkzeugen wie 5-MeO-DMT wieder zurück in dieses Urlicht, so erkennt man es wieder, und da bei 5-MeO-DMT jede Emotion stets unendlich intensiv ist, fühlte ich hier so etwas wie ein unendliches Erstaunen. Gleichzeitig war es eine absolute göttliche Geborgenheit. Ich selber war Gott und mir war klar, dass ich selber ALLES kann.
Während dieses Urknalls aus weißer Energie heraus begann sich in kleinen Schritten auch mein Ego wieder neu aufzubauen und Schritt für Schritt wieder einen Bezug zum irdischen Körper zu finden. Der erste Reflex, der einsetzte, war atmen. Ich wusste noch nicht, dass ich ein Mensch bin, der eine Droge genommen hat, aber ich schnappte instinktiv nach Luft. Dabei fiel mir tief im Hinterkopf auf, dass ich die ganze Zeit vor Überwältigung den Mund weit aufgerissen und einen stark erhöhten Speichelfluss hatte, sodass mir Sabber runtertropfte. Dieser schrittweise Wiederaufbau des eigenen Seins war eine unfassbare Wiedergeburt, gegen die eine normale irdische Geburt einfach nur lächerlich ist.
Mein Selbst, d.h. mein Ego, als auch mein Körper, waren von innen heraus durchschossen mit dieser weißen Energie, aus der einfach alles hervorgeht. Ich fühlte mich in den kommenden Momenten von Minute zu Minute immer wohliger neu geboren und musste plötzlich wie von selber voller Überzeugung und Lebensenergie einen Laut von mir geben, nämlich: AAÜÜÜ ...
Diesen Laut wiederholte ich dann die nächsten 15 Minuten bestimmt hundertmal. Das ging die ganze Zeit so dahin. Ich fühlte eine unglaubliche Wiedergeburt meiner eigenen Präsenz, gleichzeitig hatte ich das Gefühl, es wollten durch diesen Wiedergeburtsprozess alte Blockaden, negative Energien und Glaubenssätze abgeschüttelt, ja regelrecht weggefegt werden, und genau das bewirkte dieses AAÜÜÜ. Während ich diesen Laut unentwegt von mir gab, fühlte ich, wie mein Körper und mein Ego auf einer extrem hohen Frequenz schwangen, die energetisch richtig aufräumte. Das war wie eine Art Mikrowelle, die meine eigene Schwingungsfrequenz enorm anhob, was dazu führte, dass sämtlicher energetischer Ballast zerstrahlte in Nichts. 
Ich war auf hoher Schwingung und während ich noch einige Male AAÜÜÜ von mir gab, hatte ich auch das Gefühl, ich explodiere von innen heraus mit weißer Energie, die etwas verkörperte, was ich in menschlichen Worten beschreiben würde als Selbstwertgefühl, Stärke der eigenen Präsenz erkennen und ein Gefühl, unglaublich gestärkt aus dieser Erfahrung hervorzugehen. AAÜÜÜ heißt auch «Ich bin», wie mir in der Nachglühphase dann eingefallen ist. Ich hatte den Eindruck, dass dies eine Art Krötensprache ist, in der ich mich artikuliert hatte und ersetzte in den folgenden Minuten das «AAÜÜÜ» durch «Ich bin».
Ich wiederholte unzählige Male den Ausdruck, der mittlerweile ein Glaubenssatz geworden war: ICH BIN!!! Vor dem geistigen inneren Auge sah ich vor mir eine Bufo-Kröte, die mich ganz verdutzt anblickte und sich wunderte, warum ich mich wiederum so wunderte über den Trip, den ich gerade hatte. Es schien so, als ob für diese Kröte genau dieser Bewusstseinszustand der vollständigen Erinnerung – weit über das irdische Leben hinaus, zurück bis zur Quelle allen Seins – der normalste Zustand sei, ähnlich wie für uns das Alltagsbewusstsein normal ist. Ich fühlte mich wie neu geboren, hatte eine unglaubliche Dankbarkeit in mir, so eine Erfahrung machen zu dürfen.
Unglaublich gestärkt und ständig «Ich bin» sagend, genoss ich diese Wiedergeburt noch eine halbe Stunde lang, bis ich mich daran machte, diesen Bericht zu verfassen.

Direktlink: https://www.lucys-magazin.com/spirituality/p/ich-bin