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DMT-Entitäten als Forschungsfrage
Experten im Gespräch
Mit dieser Frage beschäftigen sich der Kognitionswissenschaftler Donald Hoffman, der Neurobiologe Andrew Gallimore und der Mathematiker Niffe Hermansson in einem 2026 veröffentlichten Preprint. Ihr Ansatz wird auch in dem Gespräch „Traces of the Other: Are DMT Entities Real?“ diskutiert, das inzwischen auf YouTube veröffentlicht wurde.
Ausgangspunkt sind die häufig berichteten Begegnungen mit scheinbar autonomen, intelligenten nichtmenschlichen Wesen unter hohen DMT-Dosen. Die Autoren stellen diesen Erfahrungen eine alternative theoretische Interpretation gegenüber. Sie greifen dabei auf Hoffmans Konzept des „Conscious Realism“ zurück, nach dem Bewusstsein beziehungsweise miteinander interagierende bewusste Akteure fundamentaler sein könnten als die uns vertraute physische Wirklichkeit. Wahrnehmung wäre in diesem Modell keine unmittelbare Abbildung einer objektiven Welt, sondern eine evolutionär entstandene Benutzeroberfläche.
Die zentrale Hypothese lautet, dass DMT diese Wahrnehmungsschnittstelle vorübergehend so stark verändert, dass normalerweise nicht wahrnehmbare bewusste Akteure zugänglich werden könnten. Die im DMT-Zustand erlebten Wesen wären demnach möglicherweise „Spuren“ solcher Akteure. Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Hypothese und nicht um einen Nachweis ihrer Existenz.
Der wesentliche Anspruch des Projekts liegt deshalb nicht in der Behauptung, DMT-Entitäten seien real, sondern in der Entwicklung eines experimentell prüfbaren Forschungsprogramms. Die Autoren schlagen unter anderem Untersuchungen vor, bei denen geprüft werden soll, ob DMT-Erfahrungen durch externe Informationen beeinflusst werden können oder ob sich nichttriviale Übereinstimmungen zwischen den Erfahrungen verschiedener Personen feststellen lassen. Damit soll zwischen ausschließlich intern erzeugten Erlebnisinhalten und möglichen Interaktionen mit normalerweise nicht wahrnehmbaren bewussten Akteuren unterschieden werden.
Für die geplanten Untersuchungen soll unter anderem Gallimores Extended-State-DMT- beziehungsweise DMTx-Verfahren eingesetzt werden. Dabei wird DMT kontrolliert verabreicht, um den außergewöhnlich kurzen DMT-Zustand erheblich zu verlängern und dadurch detaillierte Beobachtungen und Experimente während des Zustands zu ermöglichen. Das Verfahren ist Teil der gemeinsamen Forschungsplanung von Gallimores Noonautics und dem Trace Institute Hoffmans.
Das Projekt befindet sich allerdings noch auf der Ebene eines Preprints. Der am 26./27. Mai 2026 veröffentlichte Text ist ein theoretischer Beitrag und präsentiert keine experimentellen Ergebnisse, die die Existenz von DMT-Entitäten belegen würden. Entsprechend lässt sich derzeit nicht sagen, ob die vorgeschlagenen Experimente tatsächlich Hinweise auf unabhängige bewusste Akteure liefern werden.
Das Gespräch zwischen Hoffman und Gallimore fand am 13. Juni 2026 in Los Angeles statt. Darin erläutern die beiden Wissenschaftler die theoretischen Grundlagen ihres Projekts und diskutieren dessen mögliche Konsequenzen für die Erforschung von Wahrnehmung, Bewusstsein und psychedelischen Zuständen.
Damit verschiebt das Projekt die Debatte über DMT-Entitäten von der Frage, ob persönliche Erfahrungen als Beweis für deren Realität gelten können, hin zu einer empirisch zugespitzten Frage: Lassen sich unter kontrollierten Bedingungen Informationen oder Effekte beobachten, die sich nicht plausibel durch die bereits vorhandenen Kenntnisse und die interne Aktivität der Versuchsperson erklären lassen? Ob solche Experimente diese Hypothese stützen oder widerlegen werden, ist derzeit offen.


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