Agenda
Substanzen jetzt - das Festival: 12.-29. November 2026
Psychoaktive Substanzen sind wieder in aller Munde.
Das Festival «Substanzen Jetzt.» bietet vielfältige Formate: In den Ausstellungsräumen wird Psychedelic Art gezeigt, Podiumsdiskussionen widmen sich kontroversen Fragen, an Stammtischen können Sie sich mit Fachpersonen in persönlichem Rahmen austauschen, Konzerte und weitere experimentelle Formate schaffen veränderte Bewusstseinszustände ganz ohne Substanzen, Filme eröffnen neue Perspektiven und Workshops laden zum Erleben ein. Und am mittleren Wochenende feiern wir gemeinsam eine rauschende Party. So wird beispielsweise gefragt: Wie funktioniert Microdosing? Wie wirken Psychedelika in der Therapie? Gibt es wirklich «Bad Trips»? Welchen Effekt haben diese Substanzen in der zweiten Lebenshälfte – oder gar am Lebensende? Was bedeutet Bewusstseinserweiterung? Und wie sähe eine vernünftige Gesetzgebung aus?
Den Auftakt bildet am Donnerstag, 12. November, eine gemeinsame Eröffnung. Zugleich beginnen mehrere Ausstellungen, die über die gesamte Festivaldauer vom 12. bis 29. November zugänglich sind: Blotter Art von Kevin Barron verbindet psychedelische Bildwelten mit innerer Wahrnehmung und visionärer Kunst; H.R. Gigers Werkgruppe Passagen – Tempel öffnet einen bildmächtigen Raum zwischen Körper, Technik, Angst, Geburt und Verwandlung. Ergänzt wird dieser künstlerische Zugang durch eine Ausstellung zum Thema Kokainkonsum in der Schweiz sowie durch Hörstationen von Substanzielles.ch, an denen Menschen ohne moralisches Urteil über ihre eigenen Erfahrungen mit psychoaktiven Substanzen berichten.
Diskurs zwischen Kultur, Geschichte und Gegenwart
Ein zentraler Programmstrang widmet sich der Frage, wie sich Rausch, Psychedelik und Drogenkultur historisch, gesellschaftlich und philosophisch verstehen lassen. So führt Susanne Seiler am 13. November in die Ursprünge und Anliegen psychedelischer Kultur ein. Mit PAPER MIRRORS folgt am selben Abend eine Einführung in die Geschichte psychedelischer Kunst und die Entstehung der Blotter Art.
Weitere Veranstaltungen zeigen, dass sich das Festival nicht auf einzelne Substanzen oder aktuelle Debatten beschränkt, sondern weite kulturelle und historische Bögen schlägt:
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Beim Podiumsgespräch «Aus sich heraustreten – Über Rausch und Ekstase» am 19. November stehen philosophische und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Ekstase im Mittelpunkt.
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«Buddhistische Konzepte für psychedelische Erfahrungen» am 20. November fragt nach religiös-philosophischen Deutungsrahmen für Vorbereitung, Navigation und Integration.
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Der Vortrag «Das Erbe von Eleusis» am 27. November verbindet antike Mysterienkulte, psychedelische Lichterfahrung und Neuropsycholyse.
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Mit «Iboga – Die sprechende Wurzel» wird ebenfalls am 27. November eine Substanz zwischen afrikanischer Ritualtradition, Selbstbegegnung und Neurowissenschaft beleuchtet.
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Claude Weills Lesung «Elysium hin und zurück» richtet den Blick am 24. November auf Psychedelika in der zweiten Lebenshälfte.
Das Programm behandelt psychoaktive Substanzen damit weder als bloßes Lifestyle-Thema noch ausschließlich als medizinisches oder rechtliches Problem. Es fragt vielmehr nach ihren kulturellen Bedeutungen, ihren Erfahrungsdimensionen und den Wissensformen, die sich um sie herum gebildet haben.
Prävention, Gesundheit und Austausch
Neben Kunst und Theorie nimmt auch der gesellschaftliche Umgang mit Substanzen einen wichtigen Platz ein. Die Jubiläumsveranstaltung «25 Jahre Drug Checking in Zürich» am 21. November erinnert daran, dass Drug Checking nicht nur eine technische Analyse von Substanzen ist, sondern Teil von Aufklärung, Risikominderung und öffentlicher Gesundheitsarbeit.
Diese Perspektive wird am 26. November mit dem Diskurs «Gesundheit – Berauschung – Leben» weitergeführt. Toni Berthel plädiert dort für einen ganzheitlichen Gesundheitsbegriff und für einen offenen Austausch über Rausch, Risiken und gesellschaftliche Verantwortung. Gerade diese Kombination aus kultureller Offenheit und reflektierter Risikokompetenz prägt den Charakter des Festivals.
Ein besonders niedrigschwelliges Format ist der wiederkehrende Stammtisch am 14., 15., 28. und 29. November. Er schafft Raum für Fragen, Gespräche und Begegnungen – nicht als Frontalveranstaltung, sondern als Einladung, Wissen, Unsicherheiten und persönliche Perspektiven miteinander zu teilen.
Erfahrung, Körper und Wahrnehmung
Das Festivalprogramm bleibt nicht beim Reden über Rausch und Bewusstsein stehen. Mit den Formaten Time Out, Klangmeditationen und Lichtreisen eröffnet es auch Erfahrungsräume, die Körper, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung in den Vordergrund stellen.
Die vierteilige Reihe «Foundations of Cosmovision» mit Ximena Xaguar folgt den Elementen Erde, Luft, Wasser und Feuer. Die Termine am 19., 22., 25. und 29. November sind als Erfahrungsreise durch Natur, Körper, Erinnerung, Wahrnehmung und Bewusstsein angelegt. Hinzu kommen mehrere Klangschalenmeditationen mit Vera Domingos, die während der Mittagszeit Momente der Ruhe, Resonanz und Konzentration ermöglichen.
Mit der «Lichtreise mit Lucia N°03» am 27., 28. und 29. November tritt zudem ein visuelles Format hinzu: Farben, geometrische Muster und innere Bilder schaffen einen Rahmen zwischen Wachheit, Entspannung und Meditation. Solche Angebote verweisen darauf, dass veränderte Bewusstseinszustände nicht allein substanzgebunden verstanden werden müssen. Auch Klang, Licht, Atem, Aufmerksamkeit und soziale Atmosphäre können Wahrnehmung und Selbstbezug verändern.
Festival als sozialer und künstlerischer Raum
Schließlich gehört zum Programm auch das gemeinsame Erleben: Das Konzert Bigeneric Live (Marco Repetto) – «Rio Buritaca» am 14. November verspricht eine psychedelisch geprägte Klangreise zwischen Ambient, gebrochenen Rhythmen und körperlichem Bass. Die Festivalparty am 21. November sowie das Sleep In am 28. November – eine Nacht zwischen Klang, Traum und Trance – erweitern das Festival in Richtung Nachtkultur, Musik und kollektive Atmosphäre.
Mit der Finissage am Sonntag, 29. November, endet ein Programm, das die Themen Substanzen und Bewusstsein nicht auf eine einzige Perspektive reduziert. «Substanzen Jetzt.» erscheint vielmehr als Plattform für Kunst und Geschichte, Prävention und persönliche Erfahrung, Wissenschaft und Spiritualität, Debatte und Begegnung. Gerade diese Vielstimmigkeit macht sichtbar, dass ein zeitgemäßes Gespräch über psychoaktive Substanzen immer auch ein Gespräch über Kultur, Körper, Gesellschaft und die Möglichkeiten menschlicher Erfahrung ist.
Zu diesem Beitrag gibt es einen Kalender-Termin.


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