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Skorpione rauchen in Pakistan
Fragwürdiger psychoaktiver Trend
In Teilen der pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa existiert eine ungewöhnliche Form des Drogenkonsums: das Rauchen von Skorpionen.
05.08.2026
Skorpione rauchen in Pakistan als Hörbeitrag
Belastbare Statistiken gibt es bislang nicht, doch Beobachtungen von Fachleuten und ehemaligen Mitarbeitern der Drogenbekämpfung deuten darauf hin, dass die Praxis in mehreren Distrikten der Provinz vorkommt und offenbar an Bedeutung gewinnt.
Für den Konsum werden tote Skorpione zunächst getrocknet oder über glühender Kohle verbrannt. Anschließend wird der entstehende Rauch inhaliert. Manche Konsumenten mischen Teile des verbrannten Skorpions – insbesondere den Bereich des Giftstachels – mit Tabak oder Cannabis und rauchen die Mischung in einer Zigarette oder einer kleinen Pfeife.
Ein langjähriger Konsument beschreibt den Rausch als außergewöhnlich intensiv und stärker als die Wirkung von Cannabis oder Heroin. Nach seinen Schilderungen hält die Wirkung bis zu zehn Stunden an. Zunächst komme es zu starken körperlichen Beschwerden, bevor Halluzinationen und eine veränderte Wahrnehmung einsetzten.
Mediziner warnen vor erheblichen gesundheitlichen Risiken. Nach Angaben eines Arztes des Khyber Teaching Hospital kann das Einatmen des beim Verbrennen entstehenden Rauchs zu Gedächtnisstörungen, Schlaf- und Appetitproblemen, Wahnvorstellungen sowie Halluzinationen führen. Wissenschaftliche Untersuchungen zu dieser Konsumform sind jedoch bislang kaum vorhanden. Da sie meist im Verborgenen praktiziert wird und offizielle Erhebungen fehlen, ist weder ihre tatsächliche Verbreitung noch ihr Wirkmechanismus ausreichend erforscht. Auch das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hat dieses Phänomen bislang nicht systematisch untersucht.
Neben den gesundheitlichen Risiken werden auch ökologische Folgen diskutiert. Nach Einschätzung eines ehemaligen Mitarbeiters der pakistanischen Drogenbekämpfung könnte die unkontrollierte Tötung von Skorpionen deren Verfügbarkeit für wissenschaftliche und medizinische Forschungszwecke beeinträchtigen. Er fordert daher gesetzliche Regelungen, um den Missbrauch einzudämmen und die Bestände der Tiere zu schützen.


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