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Propaganda in den USA: Curious Alice
Ein psychedelischer Anti-Drogenfilm aus der Frühzeit des „War on Drugs“
1971 produzierte das damalige US Department of Health, Education, and Welfare den elfminütigen Kurzfilm Curious Alice. Die Mischung aus Realfilm und psychedelischer Animation nutzt Motive aus Lewis Carrolls Alice im Wunderland, um Kinder und Jugendliche vor dem Konsum psychoaktiver Substanzen zu warnen. Heute gilt der Film als bemerkenswertes Zeitdokument der amerikanischen Drogenprävention zu Beginn der 1970er Jahre.
In der Handlung gelangt Alice in ein surreal anmutendes Wunderland, dessen Figuren jeweils für unterschiedliche psychoaktive Substanzen stehen. Der verrückte Hutmacher symbolisiert LSD, der Märzhase Amphetamine, die Haselmaus Barbiturate (Schlafmittel), die Raupe Cannabis und der Herzkönig Heroin. Auf ihrer Reise wird Alice wiederholt mit dem Drogenkonsum konfrontiert, entscheidet sich am Ende jedoch bewusst dagegen. Die Botschaft des Films ist eindeutig: Drogenmissbrauch erscheint als irrational und zerstörerisch.
Curious Alice entstand in einer Zeit, in der die US-Regierung ihre Anti-Drogen-Politik erheblich ausweitete. Der Film dokumentiert den damaligen Ansatz der Prävention, verschiedene legale und illegale psychoaktive Substanzen weitgehend undifferenziert als Teil eines gemeinsamen Drogenproblems darzustellen. Dieses Verständnis prägte zahlreiche staatliche Aufklärungskampagnen der frühen 1970er Jahre und ging der späteren Intensivierung des sogenannten „War on Drugs“ voraus.
Aus heutiger Perspektive wird Curious Alice vor allem kulturhistorisch betrachtet. Während die intendierte Warnbotschaft unmissverständlich ist, hat die außergewöhnliche psychedelische Bildsprache dazu geführt, dass der Film heute häufig auch als Beispiel für die Ästhetik und den Zeitgeist der frühen 1970er Jahre diskutiert wird. Filmhistoriker und Medienwissenschaftler sehen darin ein aufschlussreiches Dokument staatlicher Drogenkommunikation, dessen visuelle Gestaltung bis heute Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Mehr als fünf Jahrzehnte nach seiner Entstehung bietet Curious Alice damit einen seltenen Einblick in die Anfänge der staatlichen Anti-Drogen-Propaganda in den USA.


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