Hanf
Neue Cannabis-Studie im Kanton St. Gallen
Offizielle Medienmitteilung
(pm) St.Gallen, 16. Juni 2026 – Seit rund zwei Jahren konsumieren im Kanton Zürich über 7’000 Personen zu Studienzwecken Cannabis – zwei Drittel davon dürfen dieses legal beziehen. Die Zürcher Studie des Vereins Swiss Cannabis Research, die von einem unabhängigen Forschungsteam der Universität Zürich und dem KOF Institut ETH Zürich begleitet wird, ist damit die schweizweit grösste Studie für die Erforschung und Regulierung des Konsums von THC-haltigem Cannabis. Heute lanciert der Verein im Kanton St.Gallen eine neue Cannabis-Studie, die mit 5'000 Teilnehmenden und einem neuen Forschungsdesign die Zürcher Studie ergänzen soll. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Grundlagen für eine verantwortungsvolle Regulierung von Konsum, Verkauf und Vertrieb von THC-haltigen Cannabisprodukten zu nicht-medizinischen Zwecken zu schaffen.
«Ab sofort können sich Cannabis-Konsumierende für die St.Galler-Studie anmelden», sagt Paul-Lukas Good, Präsident des Vereins Swiss Cannabis Research. 5‘000 Teilnehmende kann die Studie aufnehmen, die heute von Swiss Cannabis Research lanciert und von der Universität Zürich und dem KOF-Institut ETH Zürich begleitet wird. Nach einem klar regulierten Aufnahmeprozess erhalten rund 3‘300 der Teilnehmenden während der nächsten fünf Jahre die Möglichkeit, in einem geregelten Rahmen Cannabis zum Genuss zu konsumieren und in eigens eröffneten Swiss Cannabis Centern, und Apotheken legal kaufen zu können. Zudem bietet der Verein im Rahmen dieser Studie für einen Teil der Proband:innen erstmals in der Schweiz den Postversand für Cannabisprodukte an.
Klare Kriterien für Studienteilnahme
Grundsätzlich kann sich jede Person, die im Kanton St.Gallen in einer der teilnehmenden Gemeinden lebt über die Webseite des Vereins, unter www.stgallen.pilotversuche.ch, für die Studie anmelden. Nach einem klar regulierten Aufnahmeprozess werden nur Personen zugelassen, die die gesetzlich vorgegebenen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen: Die Teilnehmenden müssen bereits Cannabis-Konsument:innen sein, volljährig, nicht schwanger sein, nicht stillen und keine mit Cannabis kontraindizierenden Vorerkrankungen aufweisen. Die Aufnahmegespräche finden in St.Gallen, Winterthur und Zürich statt. Ein Drittel der Proband:innen wird einer Kontrollgruppe zugeteilt, die keinen Zugang zu legalem Cannabis erhält und somit weiterhin auf dem Schwarzmarkt bezieht.
Paul-Lukas Good erklärt: «Der Fokus unserer Studie liegt auf den ökonomischen und sozialen Folgen der Cannabislegalisierung, die wir für eine verantwortungsvolle Regulierung von Cannabisprodukten untersuchen werden. Unser Ziel ist es, mit innovativen Forschungsdesigns wissenschaftliche Grundlagen für den politischen Entscheidungsprozess zu schaffen.» Aussagekräftige Daten sollen dazu frühestens nach ein bis zwei Jahren und abschliessend nach fünf Jahren vorliegen.
Verkaufslokale und Postversand im Kanton St. Gallen
Die Studienteilnehmenden im Kanton St. Gallen werden voraussichtlich ab Herbst 2026 ihre Cannabisprodukte in Apotheken in Sargans, Buchs und Rorschach wie auch in eigens vom Verein betriebenen Swiss Cannabis Centern in Wil und Rapperswil beziehen oder sich per Postzustellung nach Hause bestellen können. Sowohl das Forschungsprojekt als auch die Teilnehmenden werden während der gesamten Dauer der Studie durch Experten und Wissenschaftler begleitet: Ein unabhängiges Forschungsteam der Universität Zürich und der ETH verantwortet das Studiendesign, während Ärzte des Arud, dem schweizweit größten Zentrum für Suchtmedizin, die Studienteilnehmenden betreuen. Good betont: «Unser Konzept soll die Teilnehmenden der Studie unterstützen, maßvoll und möglichst ohne Tabak zu konsumieren. Wir bekämpfen damit den Schwarzmarkt und fördern die Suchtprävention.»
Einfacher Zugang bedeutet mehr Sicherheit
Ein unkomplizierter Zugang zu qualitativ einwandfreiem Cannabis ist aus Sicht des Vereins von besonderer Bedeutung. Ohne einen einfachen Zugang kann der Schwarzmarkt, der heute vermehrt über Bestellung per Chat, Bezahlung per Bitcoin und Lieferung per Post operiert, nicht verdrängt werden. Good betont die Verantwortung jedes einzelnen Cannabis-Konsumierenden: «Wer in seiner individuellen Lebensführung auf den Kauf fair hergestellter Produkte Wert legt, regional einkauft und auf Qualität achtet, wird auch beim Konsum eines Genussmittels wie Cannabis nicht darum herumkommen, sich entsprechende Fragen zu stellen.»
So führt der Verein verschiedene Cannabis-Sorten und -produkte im Angebot, welche in Schweizer Bio-Qualität von Produzenten aus den Kantonen Freiburg, Zürich und Schwyz kultiviert und hergestellt werden. Good ist überzeugt: «Wir schaffen mit unserem Projekt die Blaupause für eine verantwortungsvollen Regulierung von Cannabis.»
Über den Verein Swiss Cannabis Research
Der in Zürich ansässige Verein Swiss Cannabis Research unterstützt die Forschung zum Thema Cannabis und arbeitet langfristig auf die verantwortungsvolle Regulierung des Konsums, Verkaufs und Vertriebs von THC-haltigem Cannabis zu nicht-medizinischen Zwecken hin. In Zusammenarbeit mit der Universität Zürich, dem KOF-Institut ETH Zürich und dem Arud-Zentrum für Suchtmedizin führt der Verein schweizweit verschiedene Forschungsprojekte durch, mit dem Ziel, während der nächsten fünf Jahre in den Kantonen Zürich und St.Gallen rund 12‘000 Proband:innen bei einem regulierten Cannabiskonsum zu begleiten.
Kontakt für Rückfragen:
Paul-Lukas Good, Vereinspräsident, Verein Swiss Cannabis Research, Telefon: 0041 76 562 87 84
Bildlegende (v.l.):
- Stefan Strasser, Leiter Entwicklung SwissExtract
- Paul-Lukas Good, Präsident Verein Swiss Cannabis Research
- Arto Arman, KOF Institut ETH Zürich
- Dr. oec. Andreas Beerli, Projektleiter Forschung, KOF Institut ETH Zürich
- Dr. Thilo Beck, ARUD Zentrum für Suchtmedizin


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