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Kokainkonsum in der Schweiz verdoppelt
«Sucht Schweiz» fordert Kurswechsel
Konsumenten berichten in der Sendung von intensiven Glücksgefühlen, gesteigertem Selbstvertrauen und einem starken Gefühl von Energie und Leistungsfähigkeit. Dem wachsenden Kokainkonsum steht die zunehmende Macht internationaler Drogenkartelle gegenüber.
Die Stiftung «Sucht Schweiz» fordert angesichts der Entwicklung eine Kurskorrektur in der Drogenpolitik. Die bisherige Strategie sei gescheitert; deshalb müsse auch über eine Legalisierung beziehungsweise eine regulierte Abgabe nachgedacht werden. Die Bundeskriminalpolizei plädiert dagegen für ein entschiedeneres Vorgehen gegen Kokain und den organisierten Drogenhandel.
Als wichtiges Herkunftsland des in Europa verfügbaren Kokains rückt die Dokumentation Kolumbien in den Mittelpunkt. Dort haben Koka-Anbau und Kokainproduktion in den vergangenen Jahren Rekordwerte erreicht. Die Entwicklung steht auch im Zusammenhang mit der Politik des kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro, der seit 2022 unter dem Schlagwort «Paz Total» Verhandlungen und Waffenstillstände mit verschiedenen bewaffneten Gruppen anstrebt. Kritiker werfen der Regierung vor, dass bewaffnete Organisationen die teilweise reduzierte militärische Verfolgung genutzt hätten, um ihre Kontrolle über Anbaugebiete und Schmuggelrouten auszubauen.
Welche Auswirkungen die zunehmende Verfügbarkeit des Kokains auf die Schweiz haben könnte, zeigt der Blick auf Belgien und die Niederlande. Beide Länder haben sich zu wichtigen europäischen Umschlagplätzen für Kokain entwickelt. Gleichzeitig kam es zu massiver Gewalt und Einschüchterungsversuchen durch kriminelle Netzwerke. In Belgien wurde 2022 etwa ein Entführungsplan gegen Justizminister Vincent Van Quickenborne vereitelt; der Minister musste zeitweise mit seiner Familie untertauchen.
Die Dokumentation stellt damit zwei unterschiedliche Antworten auf die zunehmende Kokainverfügbarkeit gegenüber: eine stärkere Repression gegen Handel und organisierte Kriminalität einerseits und eine grundsätzliche Neubewertung der Drogenpolitik bis hin zu regulierter Abgabe andererseits.


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