Hanf
Die 30. Hanfparade
Klein aber fein
Am Samstag, 8. August 2026, fand in Berlin die 30. Hanfparade statt. Obwohl nur paar Hundert Leute gekommen waren, herrschte eine fröhliche und heitere Stimmung. Ja, es war ein Familientreffen der Pioniere der Legalisierungsbewegung auf öffentlichem Grund mit zwei- bis dreihundert Gästen.
Auf der Auftaktkundgebung in der Spandauer beim Neptunbrunnen südlich der Bahnhofs Alexanderplatz sprachen Maximilian Plenert (Berliner Cannabishilfe e.V.), Rolf Ebbinghaus (Hanf Museum), Michael Knodt (Autor, Publizist), Natascha Barz (Polizistin, LEAP Deutschland e.V.), Toni Schuberl (Abgeordneter im Bayerischen Landtag), Florian Rister (DHV), Georg Wurth (DHV), Claudia Ak (Vorstandmitglied JES), Christoph Rossner (interdisziplinärer Hanf-Sachverständiger) und der Richter Andreas Müller. Alle Rednerinnen und Redner sind bekannte Persönlichkeiten aus der Legalisierungsszene. Deshalb stellt sich die Frage, weshalb nur so wenig Teilnehmer gekommen waren. Die Gründe dafür liegen im Vorfeld der Parade.
Unter dem Titel „#30fuer30 – Hanfparade neu beleben“ wollte Steffen Geyer 30 Busse aus ganz Deutschland organisieren, die zur Hanfparade fahren sollten. Die Idee: „30 Busse zur Hanfparade. Aus 30 Städten. Alle zahlen 30 Euro für die Reise. 30 Vorabevents in den Städten.“ Die Idee war groß geplant: Nach Steffens Kalkulation „sind grob 3000+ Arbeitsstunden nötig. Dieses Tätigwerden muss bezahlt werden. Dazu kommen Kosten für die Busse, Anschubfinanzierung der lokalen Events, rechtliche und administrative Kosten, Ticketing & Webseite, Marketing ... Zusammen gerechnet 250.000 Euro.“
Mittels Crowdfunding sammelte Steffen Geyer Geld für das Vorhaben, wobei knapp 14.000 Euro zusammenkamen. Auf der Hanfmesse Mary Jane Mitte Juni – ich war am Stand des Nachtschatten Verlages und wir hatten Infos zur Hanfparade zum Mitnehmen – gab es jede Menge Klagen über die Aktion „#30fuer30“. Da es keine lokale Events gegeben hat und auch kein Bus organisiert war und vor allem keine Infos zum Stand der Dinge zu finden waren, fühlten sich viele Spender und Unterstützer der Aktion betrogen und hinters Licht geführt. Aufgrund der vielen massiven Beschwerden, die auf der Mary Jane zu hören waren, erfolgte eine dringende Aufforderung an Steffen, die Dinge zu erklären und eine Stellungsnahme zu veröffentlichen. Dieser Aufforderung ist Steffen gut eine Woche nach der Mary Jane am 23. Juni 2026 auf Facebook nachgekommen. Seine Erklärung hat er auch als PDF auf seiner Website veröffentlicht. Als Grund für das Scheitern nennt er seine „funktionale Depression“. Ja, das Geld ist weg und die Aktion „#30fuer30“ ist gescheitert. Da Steffen viele Jahre lang als Versammlungsleiter der Hanfparade engagiert war, hatten viele Spender das Gefühl, dass die Hanfparade Schuld an dem Versagen habe, obwohl die Aktion „#30fuer30“ nicht von den Organisatoren der Hanfparade zu verantworten war, sondern von Steffen, der die Aktion als eigene Initiative für die Hanfparade geplant hatte.
Das Scheitern der Aktion „#30fuer30“ führte zu regelrechten Schlammschlachten in den sozialen Medien, welche viele Leute als Grund sahen, nicht zur Hanfparade zu kommen. Ein paar Hundert Leute ließen sich jedoch nicht abschrecken und konnten in geselliger Runde einen schönen, informativen, anregenden und inspirativen Tag auf der Hanfparade erleben. Besonders die drei Podien (Gesprächsrunden) zu dem Themen gerecht, gesund und genießen kamen beim Publikum gut an wie auch das Abschlusskonzert von Dareel Marley und MoneyMami.


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