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Portugals Drogenpolitik: Menschen und Gesundheit im Fokus

Wien. Portugal hat seine international vielbeachtete Drogenpolitik erneut vor den Vereinten Nationen verteidigt und dabei den Fokus auf Gesundheit, Prävention und soziale Integration bekräftigt. Auf der 69. Sitzung der UN-Suchtstoffkommission (CND) in Wien erklärte die Präsidentin des portugiesischen Instituts für Suchtverhalten und Abhängigkeiten (ICAD), Joana Teixeira, das Land verfolge weiterhin einen „evidenzbasierten und humanistischen Ansatz“, der die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stelle.
Portugal
Portugals Drogenpolitik: Menschen und Gesundheit im Fokus

Mehr als zwei Jahrzehnte nach der Entkriminalisierung von Drogenkonsum in Portugal sieht die Regierung ihren Kurs bestätigt. Teixeira betonte, dass Maßnahmen wie Prävention, Frühintervention, Schadensminimierung sowie Therapie und soziale Wiedereingliederung zentrale Pfeiler der Politik seien. Gleichzeitig solle die Bekämpfung des illegalen Drogenhandels im Einklang mit internationalen Abkommen fortgeführt werden.

Nach Angaben der ICAD-Chefin zeigen aktuelle Daten Fortschritte im Versorgungssystem: Die Wartelisten für ambulante Behandlungen sollen bis 2025 um mehr als die Hälfte sinken, während sich auch die Wartezeiten im stationären Bereich deutlich verkürzen. Diese Entwicklungen führt die Behörde auf verstärkte Investitionen und strategische Reformen zurück, darunter ein erhöhter Etat im Rahmen des nationalen Drogenplans 2024–2026.

Gleichzeitig räumte der Bericht indirekt strukturelle Herausforderungen ein. In den vergangenen Jahren hatten Budgetkürzungen und organisatorische Veränderungen zur Schließung einzelner Angebote der Schadensminderung geführt. Zusätzliche staatliche Mittel sollten diese Lücken jedoch teilweise kompensieren.

Neben gesundheitspolitischen Aspekten positionierte sich Portugal auch klar in menschenrechtlichen Fragen. Teixeira sprach sich entschieden gegen die Todesstrafe für Drogendelikte aus und rief Staaten, die diese noch anwenden, zu einem Moratorium auf.

Mit ihrem Auftritt vor den Vereinten Nationen unterstreicht die portugiesische Regierung ihren Anspruch, weiterhin als internationales Referenzmodell für eine gesundheitsorientierte Drogenpolitik zu gelten – auch wenn die praktische Umsetzung im eigenen Land zuletzt nicht frei von Spannungen war.

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