Studie: Mäuse, Männer, Stress und Ketamin
Wie das Forscherteam herausfand, stand der Körpergeruch der Wissenschaftlerinnen und Wissenschafler im Zusammenhang mit der Wirkung des Pharmakons. Denn obwohl nur von Männern appliziertes Ketamin wirksam gegen Depressionen ist, fanden Mäuse den Geruch der männlichen Kollegen gar nicht betörend, sondern sogar abstoßend – die Tiere bevorzugten weibliche Körperdüfte. Die Mäuse zeigten außerdem vermehrt Stressreaktionen, wenn sie von Männern berührt wurden.
Wieso wirkte das Ketamin dann aber nur antidepressiv, wenn es von männlichen Personen verabreicht wurde, obwohl Mäuse gleichzeitig deren Gerüche als unangenehm empfanden? Grund dafür ist der Stress, unter dem die Versuchstiere litten: Das Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH) ist unter anderem für Stressreaktionen verantwortlich und wird in Mäusegehirnen offensichtlich u.a. dann ausgeschüttet, wenn sie männlichen Körpergeruch wahrnehmen. Je mehr CRH freigesetzt wurde, desto mehr zeigte sich ein antidepressiver Wirkmechanismus durch Ketamin.
Das verantwortliche Forscherteam merkte allerdings an, dass viele weitere Umstände zu derlei Ergebnissen geführt haben könnten. Sie empfehlen dennoch in zukünftigen Tierversuchen das Geschlecht der Experimentator/-innen mit anzugeben und es in statistische Berechnungen miteinzubeziehen.
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