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Studie entschlüsselt die „DMT-Reise“ und Begegnungen mit Entitäten
Zeitlupe im Gehirn
Wer die psychedelische Substanz DMT (N,N-Dimethyltryptamin) einnimmt, berichtet fast immer von einer extrem intensiven Erfahrung: Konsumenten fühlen sich schlagartig in eine völlig andere Welt versetzt und begegnen dort häufig scheinbar lebendigen, intelligenten Wesen. Wie dieser Prozess des „Eintauchens“ (Immersion) im menschlichen Bewusstsein genau abläuft, war bisher jedoch kaum erforscht. Eine neue Studie hat diesen Trip nun in wissenschaftliche Bausteine zerlegt.
Das Experiment: Die Reise in der Zeitlupe
Für die Untersuchung erhielten 23 Teilnehmende die Substanz im Labor gespritzt. Der entscheidende Teil der Studie passierte jedoch nach dem Trip: In extrem detaillierten Interviews, sogenannten „mikro-phänomenologischen Befragungen“, rekonstruierten die Forschenden den Ablauf der Erfahrung Minute für Minute, fast wie in einer Zeitlupe.
Aus den Berichten filterte das Team 125 klare Kategorien heraus, die das Erleben beschreiben – darunter Veränderungen des Körpergefühls, die Wahrnehmung des Raums und die Art und Weise, wie die Teilnehmenden mit der veränderten Umwelt interagierten.
Der exakte Fahrplan des Trips
Die Auswertung zeigt, dass die DMT-Erfahrung kein unkontrolliertes Chaos ist. Das Bewusstsein baut die neue Realität stattdessen in einer strengen, hierarchischen Reihenfolge auf:
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Der Körper macht den Anfang: Die Reise beginnt fast immer mit spürbaren Veränderungen des eigenen Körpergefühls.
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Die Sinne verändern sich: Erst danach setzen visuelle Muster und veränderte Klänge ein.
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Die 3D-Welt entsteht: Die verschiedenen Sinneseindrücke verschmelzen miteinander. Es entsteht eine stabile, dreidimensionale Umgebung, die sich für die Betroffenen völlig real anfühlt.
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Die Wesen erscheinen: Erst wenn diese dreidimensionale Kulisse im Kopf komplett aufgebaut und stabil ist, tauchen die mysteriösen „Wesenheiten“ oder Präsenzen auf.
Diese Wesen wurden sehr unterschiedlich wahrgenommen: Einige Probanden spürten sie nur flüchtig, andere hörten oder sahen sie, und wieder andere führten komplexe, gefühlte Interaktionen mit ihnen.
Wichtig für die Wissenschaft: Die Begegnung mit diesen Wesen ist also kein zufälliges Trugbild, sondern das Endprodukt eines logisch aufgebauten Prozesses im Gehirn, der zwingend einen stabilen 3D-Raum als Fundament benötigt.
Warum ist das wichtig?
Während des Experiments wurden auch die Gehirnströme und die Gehirnaktivität der Teilnehmenden gemessen. Mit dem nun vorliegenden, exakten „Fahrplan“ des Trips können Wissenschaftler in zukünftigen Analysen genau untersuchen, welche Areale im Gehirn in welcher Sekunde der Erfahrung aktiv werden.
Die Forscher betonen, dass diese Erkenntnisse weit über die Drogenforschung hinausgehen. Sie helfen zu verstehen, wie das menschliche Gehirn allgemein Realitäten und tiefe Eindrücke konstruiert – sei es beim Konsum von Substanzen, beim Eintauchen in Virtuelle Realitäten (VR) oder schlicht in unserer ganz alltäglichen Wahrnehmung der Welt.
Sanders, J. W., Millière, R., Demšar, E., Daily, Z. G., Erritzoe, D., Carhart-Harris, R., Timmermann, C. (2026), Micro-phenomenology of immersion and perceived presences under DMT, Neuroscience of Consciousness 2026(1): niag015.


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