Pilzwirkstoffe zeigen potenziell lebensverlängernde Wirkung
Magic Mushrooms sind bereits gut für ihre psychischen Wirkungen erforscht – doch neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der psychoaktive Wirkstoff Psilocybin auch eine starke Anti-Aging-Wirkung entfalten könnte. In einer aktuellen Studie wurde gezeigt, dass Psilocybin bzw. sein aktiver Metabolit Psilocin das zelluläre Altern signifikant verlangsamt und die Lebensdauer älterer Mäuse verlängert.
Die Forschung wurde durch die sogenannte Psilocybin-Telomer-Hypothese inspiriert, die davon ausgeht, dass Psilocybin die Integrität der Telomere – schützende DNA-Sequenzen an den Enden der Chromosomen – bewahren könnte. Telomere verkürzen sich im Laufe des Lebens und gelten als Marker des biologischen Alterns. Da psychische Belastungen wie Depressionen mit einer beschleunigten Telomerverkürzung einhergehen und Psilocybin nachweislich psychische Erkrankungen lindern kann, untersuchte das Forscherteam mögliche Zusammenhänge zwischen Psilocybin, Telomer-Erhalt und Zellalterung.
In Zellkulturversuchen verlängerte Psilocin die Lebensspanne menschlicher Lungenzellen um durchschnittlich 29 % bei niedriger Dosierung (10 µg) und um 57 % bei höherer Dosierung (100 µg). Bei menschlichen Hautzellen lag die Lebensverlängerung bei 51 %. Die Wirkung war dosisabhängig: Höhere Konzentrationen führten zu stärkerer Zellverjüngung.
Auf molekularer Ebene zeigten behandelte Zellen eine verlangsamte Telomerverkürzung, einen Anstieg des Anti-Aging-Proteins SIRT1 und eine reduzierte Aktivität des DNA-schädigenden Proteins GADD45a. Dies deutet auf eine verbesserte Zellgesundheit hin.
In einem Langzeitversuch erhielten 19 Monate alte Mäuse (vergleichbar mit 60–65-jährigen Menschen) zehn Monate lang monatlich Psilocybin. 80 % der behandelten Tiere überlebten bis zum Studienende – im Gegensatz zu nur 50 % der unbehandelten Kontrollgruppe. Außerdem wiesen die behandelten Mäuse ein jüngeres Erscheinungsbild auf, mit besserer Fellqualität und weniger Ergrauung.
„Dies ist ein äußerst spannender und klinisch relevanter Befund, der zeigt, dass selbst späte Interventionen im Alter erhebliche Wirkungen entfalten können“, sagt Studienautor Dr. Kosuke Kato. Die Forschenden fordern nun weitere Studien, insbesondere zu potenziellen Anwendungen von Psilocybin bei altersbedingten Krankheiten wie Krebs.
Gleichzeitig mahnt Kato zur Vorsicht: „Wir müssen die optimalen Dosierungen und möglichen Risiken langfristiger Psilocybin-Anwendungen besser verstehen, bevor ein Einsatz in der breiten Öffentlichkeit infrage kommt.“
Studie: Kato K, Kleinhenz JM, Shin YJ, Coarfa C, Zarrabi AJ, Hecker L. (2025), Psilocybin treatment extends cellular lifespan and improves survival of aged mice, NPJ Aging 11(1): 55.


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