Neurokognitive Wirkungen von Psilocybin
Um diese Forschungslücke zu schließen, hat eine Forschungsgruppe eine systematische Übersichtsarbeit vorgelegt. Dazu erfolgte eine umfangreiche Datenbankrecherche von Arbeiten zwischen dem 1. Januar 1990 und dem 9. Mai 2025. Insgesamt erfüllten 81 Studien die Einschlusskriterien. Die Untersuchungen nutzten unterschiedliche bildgebende Verfahren in kleinen Stichproben gesunder Probanden sowie von Patienten mit verschiedenen Krankheitsbildern. Im Fokus standen die Effekte von Psilocybin auf Hirnaktivität und -konnektivität, sowohl in Ruhe als auch während kognitiver Aufgaben.
Die Ergebnisse zeigten konsistente Veränderungen in neuronalen Netzwerken, insbesondere im sogenannten Default Mode Network (DMN) des Gehirns. Andere Befunde erwiesen sich jedoch als weniger einheitlich. Insgesamt gingen die unter Psilocybin beobachteten Veränderungen im Gehirn mit akuten Veränderungen des Selbstempfindens, der sensorischen und emotionalen Verarbeitung sowie mit längerfristigen Effekten auf Stimmung, Persönlichkeit und soziale Funktionen einher. Bei Patienten mit Depression korrelierten die klinischen Verbesserungen mit den beobachteten neuronalen Veränderungen.
Die Übersichtsarbeit legt nahe, dass Psilocybin akute wie auch anhaltende funktionelle Veränderungen im Gehirn bewirkt. Obwohl die bisherigen Neuroimaging-basierten Befunde in größeren und methodisch einheitlicheren Studien bestätigt und weiter differenziert werden müssen, liefern sie wertvolle Einblicke in die Mechanismen der subjektiven wie auch der therapeutischen Wirkungen von Psilocybin beim Menschen.
Paper: Berkovitch L, Fauvel B, Preller KH, Gaillard R. (2025), Neurocognitive effects of psilocybin: A systematic and comprehensive review of neuroimaging studies in humans, Neurosci Biobehav Rev. 175: 106239.


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