Lucys Mix
US-Opioidkrise
Rund 806.000 Tote seit 1999 – erstmals seit 2018 Rückgang
Die CDC hat ihre Übersicht zur Opioid-Überdosiskrise am 28. August 2026 aktualisiert. Die darin dargestellten Daten reichen bis 2023. Demnach starben in den USA in diesem Jahr etwa 105.000 Menschen an einer Drogenüberdosierung. Bei knapp 80.000 Todesfällen – rund 76 Prozent – waren Opioide beteiligt. Gegenüber 2022 sank die Rate der opioidbezogenen Überdosierungstodesfälle um vier Prozent.
Die Entwicklung der vergangenen 25 Jahre beschreibt die CDC als drei aufeinanderfolgende Wellen. Die erste begann Ende der 1990er-Jahre mit der zunehmenden Verschreibung von Opioiden. Ab 2010 folgte eine zweite Welle, die vor allem durch steigende Todesfälle im Zusammenhang mit Heroin gekennzeichnet war. Seit 2013 dominiert eine dritte Welle, die insbesondere durch synthetische Opioide wie illegal produziertes Fentanyl und Fentanyl-Analoga geprägt ist.
Dabei unterscheiden sich die aktuellen Entwicklungen je nach Opioid deutlich. Von 2022 auf 2023 sank die Rate der Todesfälle mit Beteiligung von Heroin um etwa 33 Prozent und diejenige mit Beteiligung von verschreibungspflichtigen Opioiden um knapp 12 Prozent. Bei synthetischen Opioiden, zu denen insbesondere illegal produziertes Fentanyl zählt, betrug der Rückgang dagegen lediglich 2 Prozent.
Die CDC weist zudem darauf hin, dass illegal produziertes Fentanyl den illegalen Drogenmarkt inzwischen weitgehend durchdrungen hat. Die Substanz wird unter anderem als Pulver oder in Form gefälschter Tabletten angeboten und kann mit weiteren Drogen oder Substanzen wie dem nichtopioiden Sedativum Xylazin kombiniert sein.
Zunehmend spielt außerdem Mischkonsum eine Rolle. In einem Teil der US-Jurisdiktionen waren 2023 bei nahezu 47 Prozent der Drogentodesfälle sowohl Opioide als auch Stimulanzien beteiligt. Die Zahl bezieht sich ausdrücklich auf diese untersuchte Teilmenge und nicht auf sämtliche Drogentodesfälle in den USA.
Trotz des jüngsten Rückgangs bleibt das Ausmaß der Krise erheblich: Im Durchschnitt starben 2023 in den USA 217 Menschen pro Tag an einer opioidbezogenen Überdosierung. Die CDC betont zugleich, dass sich die Drogenüberdosiskrise weiter verändert und deshalb kontinuierliche Überwachung, Prävention und eine schnelle Versorgung von Überdosierungen erforderlich seien.
Quelle: U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Understanding the Opioid Overdose Epidemic, aktualisiert am 28. August 2026. Die zugrunde liegenden Sterbefalldaten beziehen sich auf das Jahr 2023.


Kommentare