Hanf
US-Behörde FDA: Breakthrough-Status für Cannabis-Medikament aus München
Vollspektrumextrakt zur Behandlung von Rückenschmerzen
Großer Erfolg für die deutsche Biotech-Branche: Das Münchner Biopharma-Unternehmen Vertanical hat von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA den begehrten „Breakthrough-Therapy“-Status erhalten. Ausgezeichnet wurde das neuartige, Cannabis-basierte Schmerzmittel VER-01, welches zur Linderung chronischer Rückenschmerzen entwickelt wurde.
Damit gelingt dem bayerischen Unternehmen ein Novum: Zum ersten Mal überhaupt vergibt die US-Behörde diese privilegierte Einstufung an ein Schmerzmedikament auf Cannabisbasis. Das Prädikat wird ausschließlich Wirkstoffen verliehen, die eine erhebliche Verbesserung gegenüber bisherigen Standardtherapien versprechen. Für Vertanical bedeutet dieser Schritt eine signifikante Beschleunigung auf dem Weg zur US-Marktzulassung sowie eine kontinuierliche und engmaschige Unterstützung durch die FDA-Experten während der verbleibenden Entwicklungsphasen.
Pharmazeutischer Standard statt klassischer Blüten Bei dem Präparat VER-01 handelt es sich nicht um medizinisches Cannabis im herkömmlichen Sinne, wie etwa getrocknete Blüten zur Inhalation. Vielmehr hat Vertanical eine orale Lösung entwickelt, die auf einem streng standardisierten Vollspektrum-Cannabisextrakt basiert. Als industriell gefertigtes Arzneimittel verfügt es über eine exakt definierte und stets gleichbleibende Zusammensetzung. Dieser pharmazeutische Ansatz garantiert eine präzise Dosierbarkeit und erfüllt die strengen regulatorischen Anforderungen internationaler Zulassungsbehörden.
Starke Studienergebnisse im Vergleich zu Opioiden Grundlage für das grüne Licht der FDA sind die überzeugenden Daten aus mehreren Phase-3-Studien. In einer Kernuntersuchung mit mehr als 800 Patienten konnte das Präparat Schmerzen nicht nur signifikant reduzieren, sondern gleichzeitig auch die Schlafqualität sowie die körperliche Funktionsfähigkeit der Betroffenen spürbar verbessern.
Ein weiterer klinischer Vergleich lieferte laut Unternehmensangaben zudem Hinweise auf eine überlegene Wirksamkeit und bessere Verträglichkeit gegenüber herkömmlichen Opioid-Therapien. Besonders wichtig für die Praxis: Anzeichen von Abhängigkeiten oder Entzugssymptomen wurden im Rahmen der Studien nicht festgestellt.
Globale Marktstrategie: Europa-Start steht bevor Während die Erprobung und Zulassung in den Vereinigten Staaten parallel über eine laufende klinische Studie vorangetrieben werden – das dortige Marktdebüt wird aktuell für das Jahr 2028 angestrebt –, richtet sich der Blick des Unternehmens auch auf den Heimatmarkt. In Europa hat das Medikament bereits eine Zulassung erhalten und soll in naher Zukunft unter dem Markennamen „Exilby“ eingeführt werden.
Angesichts der weltweiten Opioidkrise und dem Mangel an verträglichen Langzeittherapien für chronische Schmerzpatienten bescheinigen Experten dem Münchner Wirkstoff großes Potenzial. Mit der Rückendeckung der FDA könnte sich das bayerische Cannabis-Präparat dauerhaft als eine der wichtigsten und sichersten Alternativen in der globalen Schmerzmedizin etablieren.


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