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Ibogain bei Ketamin-Gebrauchsstörung
Psychedelia-Stiftung publiziert Fallbeispiel
Der Freizeitkonsum des Dissoziativums Ketamin entwickelt sich weltweit zu einem immer größeren Problem in der Suchtmedizin. Schwere Gebrauchsstörungen gelten als extrem schwer zu behandeln, da Betroffene oft unter unerträglichem Suchtdruck leiden und die Rückfallraten enorm hoch sind. Die gemeinnützige Psychedelia-Stiftung aus Berlin hat nun eine wissenschaftliche Fallstudie veröffentlicht, die einen völlig neuen Behandlungsansatz aufzeigt: den Einsatz des psychedelischen Wirkstoffs Ibogain.
In der veröffentlichten Arbeit beschreiben Mediziner den Fall eines 30-jährigen Mannes, der fünf Jahre lang schwer von mehreren Substanzen abhängig war – darunter ein massiver, täglicher Konsum von Ketamin sowie Kokain und Alkohol. Weil herkömmliche Entzüge und Therapien bei ihm versagten, entschied sich der Patient für ein intensiv betreutes, 13-tägiges medizinisches Programm in Mexiko, bei dem er den pflanzlichen Wirkstoff Ibogain unter ständiger ärztlicher Kontrolle und EKG-Überwachung erhielt.
Das Ergebnis der Behandlung ist bemerkenswert:
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Sofortige Wirkung: Direkt nach der Einnahme berichtete der Patient, dass sein Suchtdruck (das sogenannte „Craving“) für alle Substanzen vollständig verschwunden war.
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Langfristiger Erfolg: Über einen Zeitraum von rund 17 Monaten blieb der Mann nachweislich clean. Regelmäßige Labortests bestätigten die dauerhafte Abstinenz.
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Psychische Gesundheit: Neben der Suchtbefreiung verbesserten sich auch seine Lebensqualität und seine psychische Verfassung drastisch. Schwere Depressionen, unter denen der Patient litt, gingen fast vollständig zurück.
Die Autoren der Studie betonen, dass es sich hierbei um den weltweit ersten, medizinisch so exakt und über einen langen Zeitraum dokumentierten Fall einer erfolgreichen Ketamin-Behandlung durch Ibogain handelt. Bislang wurde die Substanz vor allem in der Therapie von Heroin- und Opioidsüchten erforscht.
Die Experten vermuten, dass Ibogain wie eine Art „Reset-Knopf“ im Gehirn wirkt. Es greift gleichzeitig an verschiedenen Botenstoff-Systemen an, stabilisiert die überlasteten Belohnungszentren und regt das Gehirn dazu an, neue, gesunde Verhaltensmuster zu knüpfen.
Wichtiger Hinweis der Stiftung: Die Psychedelia-Stiftung Berlin betont, dass dieser Einzelfall noch kein endgültiger wissenschaftlicher Beweis für eine allgemeine Wirksamkeit ist. Er liefert jedoch ein starkes Fundament. Die Stiftung fordert und unterstützt daher nun dringend große, kontrollierte klinische Studien in einem streng regulierten medizinischen Rahmen, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Ibogain für Ketamin-Patienten systematisch zu erforschen.
Pérez Rosal, S.R., Faber, S., Backmund, M. (2026), Sustained abstinence in severe ketamine use disorder following ibogaine treatment, Frontiers in Psychiatry 17: 1846320.


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