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Experten sehen Chancen in Entkriminalisierung sämtlicher Drogen
Entscheidend sind Begleitmaßnahmen
Als Beispiel wird Portugal genannt, wo der Besitz kleiner Mengen sämtlicher Drogen für den Eigenkonsum seit 2001 entkriminalisiert ist. Der Suchtmediziner Ivo Krizic bezeichnet das Modell als weitgehend erfolgreich. Er verweist unter anderem auf einen Rückgang drogenbedingter Todesfälle und HIV-Infektionen sowie auf eine höhere Inanspruchnahme von Behandlungsangeboten. Ausschlaggebend seien jedoch die begleitenden Investitionen in Therapie, soziale Reintegration und Angebote zur Schadensminderung gewesen.
Im Chat mit den Experten Gundula Barsch, Joel Bellmont und Ivo Krizic wird zudem die unterschiedliche rechtliche Behandlung von Alkohol und illegalen Drogen thematisiert. Nach Einschätzung der Fachleute ist diese Entwicklung vor allem historisch, kulturell und wirtschaftlich geprägt und nicht allein durch das jeweilige Schadenspotenzial der Substanzen zu erklären.
Die Expertinnen und Experten betonen, dass eine Entkriminalisierung den Drogenkonsum nicht automatisch erhöhe. Vielmehr müsse jede drogenpolitische Reform von wirksamer Prävention, Beratung und einer gut ausgebauten Suchthilfe begleitet werden.


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