Ersatz von Psilocybin durch Psilocybe-Arten in der psychedelischen Forschung und Therapie
Neues Paper erschienen
Wissenschaftler fordern Prüfung von Psilocybe-Vollspektrum-Extrakten anstatt der Verwendung von Psilocybin für die Therapie.
09.06.2026
Eine aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichung plädiert für eine Erweiterung der psychedelischen Forschung über isoliertes Psilocybin hinaus. Während sich die meisten klinischen Studien bislang auf den reinen Wirkstoff konzentrieren, argumentieren die Autoren, dass auch standardisierte Vollspektrum-Extrakte des gesamten Pilzes Psilocybe cubensis untersucht werden sollten.
Die Forscher verweisen auf präklinische Studien, die Unterschiede zwischen reinem Psilocybin und Ganzpilz-Extrakten aufzeigen. Demnach könnten Vollspektrum-Extrakte besondere Effekte auf synaptische Proteine, Stoffwechselprozesse und das Verhalten entfalten. Solche Wirkungen wurden unter anderem in Tiermodellen für Depressionen und Zwangsstörungen beobachtet.
Neben möglichen biologischen Vorteilen sehen die Autoren auch gesellschaftliche Chancen. Standardisierte Pilzextrakte könnten langfristig kostengünstigere und breiter zugängliche Therapieansätze ermöglichen als aufwendig hergestellte synthetische Psilocybin-Präparate.
Die Veröffentlichung fordert daher, die Forschung zu psychedelischen Therapien auf eine breitere wissenschaftliche Grundlage zu stellen. Entscheidungen über zukünftige Behandlungsansätze sollten demnach nicht allein von der pharmazeutischen Herstellbarkeit einzelner Wirkstoffe abhängen, sondern die gesamte verfügbare Evidenz berücksichtigen.


Kommentare