Lucys Magazin - Logo Alles, was deinen Geist bewegt

Gesundheit

Hanf

Cannabismedizin: Ab jetzt in der Schweiz verschreibbar

Zum Schweizer Nationalfeiertag 2022 kann bei den Eidgenossen gleich ein weiterer «Feiertag» begangen werden: Ab dem 1. August 2022 wird das Schweizer Betäubungsmittelgesetz (BetmG) geändert. Endlich darf Cannabis medizinisch verschrieben werden.
crystalweed-cannabis-Qd37vTyByBs-unsplash-scaled
Cannabismedizin: Ab jetzt in der Schweiz verschreibbar -

Der Verein MEDCAN hat während des politischen Prozesses die Interessen der Cannabispatient*innen vertreten. Diese wichtige Arbeit wird sehr geschätzt. Das professionelle Auftreten des Vereins lässt aber vergessen, dass die unermüdlichen Kämpfer*innen selber krank sind und ihre ganze Energie und Zeit in die Aktivistenarbeit stecken. Daher sind die Ressourcen der Aktivisten leider beschränkt. Es wäre noch viel mehr Aufklärungsarbeit nötig. Das neue Betäubungsmittelgesetz ist jetzt der Anfang zur Veränderung und wird hoffentlich bald vielen Menschen den legalen Zugang zur medizinischen Anwendung ermöglichen.

MEDCAN erläutert in einer entsprechenden Pressemitteilung:

«2015 nahm die Bundesversammlung die Motion Kessler ‹Cannabis für Schwerkranke› an. Fast sieben Jahre später ist es soweit. Ärztliches Fachpersonal kann nun Cannabis auf Rezept verschreiben. Eine Bewilligung vom Staat ist nicht mehr nötig. Wird nun alles gut für die vom Bundesamt für Gesundheit geschätzten 100’000 Patient*innen, die bereits auf Cannabis setzen?

Wohl eher nicht! Das neue Gesetz bestätigt zwar den medizinischen Nutzen, das Interesse der Ärzt*innen ist aber beschränkt. Sie kennen sich mit der Heilpflanze nicht aus. Die meistgestellte Frage an unseren Verein ist: ‹Wo finde ich einen Arzt, der Cannabis verschreibt?› Die Betroffenen hoffen nun, dass die Änderung des Gesetzes etwas an deren Einstellung ändert. Ohne ärztliche Unterstützung bleibt der Zugang unmöglich.

Und ob die Verschreibung wie vom BAG angekündigt ‹unkompliziert› wird, ist nicht klar. Oft muss die Patientin bzw. der Patient ‹austherapiert› sein, d. h. alle pharmazeutischen Medikamente getestet haben, bevor Cannabis überhaupt ausprobiert werden darf. Die wenigen Cannabisextrakte, die es dann in Schweizer Apotheken gibt, sind im Vergleich zum Ausland übermässig teuer, eher schwach dosiert und für viele Betroffene unerschwinglich. Die Kosten werden selten von den Krankenkassen übernommen. Cannabis ist ein teures Medikament, das sich nur Reiche leisten können. Das ist der Status quo.

Auch ist nicht klar, ob und wie in Deutschland Cannabisblüten verschrieben werden können. Genau diese Einnahmeform wird aber von vielen Cannabispatient*innen schon seit langer Zeit erfolgreich eingesetzt. Die ‹Cannabismedizin› steckt in der Schweiz noch in den Kinderschuhen. Wichtig ist den Betroffenen, dass verschiedene Cannabissorten mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen und Wirkungsweisen auf den Markt kommen, die Preise bezahlbar und die Einnahmeformen nicht eingeschränkt werden.»

Es ist aber auch der Zeitpunkt um wachsam zu bleiben. Nun möchte man mit Cannabispatient*innen viel Geld verdienen. Umso wichtiger ist es, dass genau diese nicht vergessen und deren Einwände gehört werden. Diese Aufgabe wird MEDCAN auch in Zukunft übernehmen. Unsere Arbeit ist erst getan, wenn jede Patientin und jeder Patient der Cannabis medizinisch einsetzen will, dieses in der richtigen Form bekommt und auch bezahlen kann.»

Verein MEDCAN

Medical Cannabis Verein Schweiz

Kalkbreitestrasse 6

8003 Zürich

www.medcan.ch

info@medcan.ch

Anzeige
hormagazin

Kommentare

Anzeige
banner-fur-den-forderkreis

Hanf

Luetke_nn
Kristine Lütke neue drogenpolitische Sprecherin der FDP
Kristine Lütke ist die neue drogenpolitische Sprecherin der FDP. Außerdem wurde sie Mitglied des Gesundheitsausschusses. Dies verkündete die Bundestagsabgeordnete Lütke auf...

Neueste Top Artikel

Lucys Mix

Drogenpolitik

Entscheidend sind Begleitmaßnahmen

Experten sehen Chancen in Entkriminalisierung sämtlicher Drogen
Die Entkriminalisierung von Drogen kann nach Einschätzung von Fachleuten zu einer besseren öffentlichen Gesundheit beitragen, wenn sie mit einem Ausbau von Prävention, Suchthilfe...

Hanf

Cannabis-Extrakte

Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM)

Petition gegen Ausschluss von Cannabisblüten aus der GKV-Erstattung
Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) unterstützt eine öffentliche Petition an den Deutschen Bundestag, mit der die Rücknahme des Ausschlusses von Cannabisblüten aus...

Lucys Mix

Fentanyl

Rund 806.000 Tote seit 1999 – erstmals seit 2018 Rückgang

US-Opioidkrise
Die US-amerikanische Opioidkrise hat seit 1999 rund 806.000 Menschen das Leben gekostet. Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gingen die...