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Neuseeland erlaubt MDMA-gestützte Therapie bei PTBS
Jedoch keine allgemeine Zulassung von MDMA als Arzneimittel
Die Entscheidung wurde am 4. September 2026 bekanntgegeben. Damit ist Neuseeland nach Australien das zweite Land, in dem eine MDMA-gestützte Behandlung von PTBS außerhalb klinischer Studien unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht wird.
Bei der Entscheidung handelt es sich allerdings nicht um eine allgemeine Zulassung von MDMA als Arzneimittel. Die Genehmigung gilt zunächst für zwei Psychiater. Andere Ärzte benötigen eine eigene Genehmigung der neuseeländischen Arzneimittelbehörde Medsafe. Die Behandlung ist auf Erwachsene beschränkt und soll in einem kontrollierten klinischen Rahmen unter psychiatrischer Aufsicht erfolgen. MDMA wird dabei als Bestandteil einer therapeutischen Behandlung und nicht zur eigenständigen Einnahme durch Patienten eingesetzt.
Der stellvertretende Gesundheitsminister David Seymour verwies bei der Bekanntgabe auf die schwierige Behandlung von PTBS und bezeichnete MDMA als potenziell sehr wirksam. PTBS kann unter anderem nach schweren traumatischen Erlebnissen wie Krieg, Gewalt oder sexuellem Missbrauch entstehen.
Die Entscheidung stützt sich auf eine wachsende, aber weiterhin kontrovers diskutierte wissenschaftliche Evidenz. In einer 2021 veröffentlichten randomisierten Phase-3-Studie erfüllten nach drei MDMA-gestützten Behandlungssitzungen 67 Prozent der Teilnehmer der MDMA-Gruppe die diagnostischen Kriterien für PTBS nicht mehr. In der Placebogruppe waren es 32 Prozent.
Eine weitere Phase-3-Studie aus dem Jahr 2023 kam ebenfalls zu einem deutlichen Behandlungseffekt. Am Studienende erfüllten 71,2 Prozent der Teilnehmer der MDMA-Gruppe die Kriterien für eine PTBS nicht mehr, gegenüber 47,6 Prozent in der Placebogruppe. Die Studie berichtete zudem eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung der PTBS-Symptomatik.
Die internationale regulatorische Bewertung fällt dennoch unterschiedlich aus. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA lehnte 2024 den Zulassungsantrag von Lykos Therapeutics für eine MDMA-gestützte PTBS-Therapie ab. Die Behörde verwies unter anderem auf Fragen zur Durchführung und Auswertung der Studien sowie auf offene Fragen zu Wirksamkeit und Sicherheit und forderte eine weitere Phase-3-Studie.
Neuseeland schafft mit seiner Entscheidung somit einen weiteren regulierten Zugang zu MDMA-gestützter Psychotherapie, ohne MDMA allgemein als Arzneimittel zur Behandlung von PTBS zuzulassen. Die Maßnahme ist auf bestimmte erwachsene Patienten und speziell autorisierte Psychiater beschränkt.


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