Hanf
Medizinalcannabis: Streit um Verschärfung der Regeln
Drogenpolitik Deutschland
Beim Deutschen Apothekertag bezeichnete er die Entwicklung als „Missbrauch“ und kündigte an, gegen Verschreibungen vorzugehen, die seiner Einschätzung nach vor allem dem Rauschkonsum dienen. Nach einer Prognose des Bundesgesundheitsministeriums könnten die Importe von Medizinalcannabisblüten 2026 rund 300 Tonnen erreichen – etwa zehnmal so viel wie 2023.
Linnemann kritisiert insbesondere Geschäftsmodelle ausländischer Onlineanbieter, über die Medizinalcannabis nach einer telemedizinischen Konsultation und Privatverschreibung bezogen werden kann. Die steigenden Importmengen allein belegen allerdings nicht, welcher Anteil der Verschreibungen medizinisch notwendig ist oder tatsächlich zu Rauschzwecken verwendet wird.
Eine Novelle des Medizinalcannabisgesetzes (MedCanG) liegt bereits vor, kommt im parlamentarischen Verfahren jedoch seit Monaten nicht entscheidend voran. Vorgesehen sind unter anderem ein verpflichtender persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt bei der Erstverschreibung sowie Einschränkungen beim Versand von Cannabisblüten. Der Versand soll durch eine Abgabe in Apotheken ersetzt werden; Botendienste sollen weiterhin möglich bleiben.
Zwischen den Koalitionspartnern bestehen jedoch unterschiedliche Vorstellungen über die geeigneten Maßnahmen. Während ein Vorgehen gegen missbräuchliche Verschreibungsmodelle grundsätzlich auf Zustimmung stößt, gibt es insbesondere beim Versandhandel und bei den Auswirkungen auf die Patientenversorgung Streit. Zudem bestehen rechtliche Bedenken gegen ein vollständiges Versandverbot. Wann die Novelle weiter beraten und verabschiedet wird, ist derzeit offen.


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