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Endocannabinoide und Sport

Marathon und Ultramarathon verändern das körpereigene Endocannabinoid-System

Lange Ausdauerläufe gehen mit zeitabhängigen Veränderungen körpereigener Cannabinoide einher. Das zeigt eine Studie mit Marathon- und Ultramarathonläufern, die insbesondere einen kontinuierlichen Anstieg des Endocannabinoids Anandamid während des Laufens dokumentiert.
Sport und das Endocannabinoidsystem
Endocannabinoide und Sport - Marathon und Ultramarathon verändern das körpereigene Endocannabinoid-System
Endocannabinoide und Sport als Hörbeitrag
In der ersten Teilstudie absolvierten 19 trainierte Läufer einen Marathon sowie eine zeitlich angepasste Walking-Einheit. Während des Marathons wurden wiederholt Blutproben entnommen. In einer zweiten Teilstudie wurden 36 Ultramarathonläufer vor und nach Rennen über 100, 160 oder 230 Kilometer untersucht.
Beim Marathon stieg die Anandamidkonzentration im Blut im Verlauf der Belastung kontinuierlich an und blieb auch nach einer 45-minütigen Erholungsphase erhöht. Beim Gehen waren die Veränderungen deutlich geringer. Auch nach allen drei Ultramarathondistanzen lagen die Anandamidwerte über dem Ausgangsniveau.
Für das ebenfalls untersuchte Endocannabinoid 2-AG zeigte sich ein anderes Muster. Beim Marathon stieg es vor allem in der späteren Laufphase und während der frühen Erholung an. Nach den Ultramarathons waren die 2-AG-Werte ebenfalls erhöht, was auf eine verzögerte, mit der Erholung verbundene Reaktion hindeutet.
Parallel veränderte sich das subjektive Erleben. Während des Marathons berichteten die Teilnehmer über mehr Euphorie und weniger Angst als beim Gehen. Der wahrgenommene Schmerz nahm ab einer Distanz von 28 Kilometern zu. Nach den Ultramarathons waren Angst und Schmerz verändert, während sich die Euphorie nicht signifikant veränderte.
Die Ergebnisse zeigen damit, dass langandauernde körperliche Belastung mit charakteristischen Veränderungen von Anandamid und 2-AG im Blut einhergeht. Sie liefern Hinweise darauf, dass das Endocannabinoid-System an den affektiven Veränderungen während Ausdauerbelastungen beteiligt sein könnte. Ein kausaler Zusammenhang zwischen den erhöhten Endocannabinoidspiegeln und dem sogenannten „Runner’s High“ lässt sich aus den Daten jedoch nicht ableiten.

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