Drug-Checking in Deutschland
Staatlich geförderte Safer-Use- und Drug-Checking-Programme sind in Europa keine Seltenheit mehr. In den Niederlanden, Frankreich, Österreich und der Schweiz existieren bereits Programme bzw. Modellprojekte hinsichtlich der Prüfung illegalisierter Drogen, die mehr Sicherheit für Konsumenten garantieren. Durch direkten Kontakt und Gespräche mit Ärzten und ausgebildeten Beratern wird nicht nur eine Überprüfung der Reinheit der jeweiligen Droge ermöglicht, sondern dem Drug-Checking auch eine wichtige soziale bzw. psychologische Dimension hinzugefügt, die viele Konsumenten illegaler Drogen zur Reflexion über den eigenen Umgang mit psychoaktiven Substanzen anregt.
Während in Luxemburg seit Beginn dieses Jahres gar eine Cannabis-Legalisierung mitsamt staatlich organisierter Hanfwirtschaft geplant wird, sieht es in Deutschland derweil selbst im Bereich des Drug- und Pill-Testing sehr mau aus. Seit Jahren kämpfen die großen politischen Parteien gegen ebensolche Projekte, - wollten nur mehr Prohibition und polizeiliche "Prävention" - wobei glücklicherweise ein derzeitiger Umschwung innerparteilicher drogenpolitischer Verhältnisse bei SPD, FDP und der Linken wahrzunehmen ist.
Tibor Harrach (B90/Gr) ist Projektleiter des zukünftigen Berliner Drug-Checking-Programms, das neben dem Beratungsprojekt Sonar und einer bereits existierenden Drogensprechstunde Lichtblicke des öffentlichen Umgangs mit dem Thema der illegalen Drogen darstellt. Gemeinsam mit der Schwulenberatung und den Vereinen Fixpunkt sowie Vista möchte man das vom Berliner Senat genehmigte Unterfangen schultern, das "sich über die Partyszene hinaus an alle Konsumenten illegaler psychoaktiver Substanzen" richten soll, so Harrach.
Ähnliche Aktionen gab es tatsächlich schon in den 90er-Jahren, beispielsweise mit dem Verein Eve & Rave, der sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz große Erfolge verzeichnen konnte - und auch heute noch existiert.


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