Aldous Huxleys 125. Geburtstag
Den Gegenentwurf zur "schönen neuen Welt" entwarf der Autor selbst, nämlich mit seiner vielgefeierten Utopie "Eiland", erschienen 1962. In seinem letzten Roman beschreibt er eine kleine Insel namens Palas, auf der sich eine - nach heutigen Maßstäben "hippiemäßige" - Gesellschaft etabliert hat. Sexualität ist nichts verpöntes, Spiritualität ist Teil der Tagesordnung und sogar die Papageien krächzen - inspiriert von ihren menschlichen Insel-Mitbewohnenrn - "Attention", ins Deutsche treffend übersetzt als "Hier und Jetzt". Auch hier spielen bewusstseinsverändernde Substanzen eine Rolle. Das Mokscha, eine von Huxley erfundene Substanz, verhilft den Inselbewohnern Kontakt zu höheren Bewusstseinssphären zu halten.
Was auf dieser Welt ist schön, bzw. bedarf unserer Augen Aufmerksamkeit, und was nicht? Huxley erkennt mittels des Meskalin-Zustandes, dass auch Falten auf einem Hemdärmel etwas zutiefst berührendes, schönes und faszinierendes an sich haben können. Insbesondere sein psychedelisches Standardwerk "Pforten der Wahrnehmung" (1954), in dem er seine Meskalinerfahrung schildert und sie auf geschickte Art und Weise mit ästhetischen Grundfragen und -erlebnissen in Verbindung stellt, ist bis heute einer der bekanntesten und wichtigsten Texte zum Thema Psychedelische Ästhetik. Jedem, der sich allein vom Begriff "Antipoden des Bewusstseins" angetörnt fühlt, möge Huxleys "Pforten der Wahrnemung" und der Nachfolge-Essay "Himmel und Hölle" ans Herz gelegt sein.
Aldous Huxley verstarb am 22. November 1963 in Los Angeles und wechselte mit von seiner Frau Laura verabreichtem LSD die Dimensionen.
(Mirko Berger)


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